«Unvollkommene Ästhetik» in einer zeitgenössischen Formsprache

Nach dem Studium der Freien Kunst (Schwerpunkt Bildhauerei) und des Industriedesigns in Daejeon (Südkorea) und Hamburg startete Haeyoung Lee ihre Tätigkeit in München in einem Designstudio für Tapeten und Inneneinrichtungs-Prototypen, bevor sie sich der Keramik zuwandte. 

Ihre Porzellanarbeiten entwickeln Formen, die dem Porzellan eine papierene Leichtigkeit geben. Sie nehmen die ostasiatische «Unvollkommene Ästhetik» auf und übersetzen sie in eine zeitgenössische Formensprache.

Dazwischen hat Haeyoung Lee in Japan und Südkorea ihr Repertoire um die traditionelle japanische Kintsugitechnik erweitert. Diese dient der Reparatur zerbrochener und abgeplatzter Keramik, indem Gold, Silber oder Lack auf die Bruchstellen aufgetragen wird. Diese Technik steht auch in Verbindung mit der asiatischen Philosophie der«Unvollkommenen Ästhetik». 

Haeyoung Lee gibt Kurse in verschiedenen Keramiktechniken und in Kintsugi in mehreren Ateliers sowie Töpferkurse für Kinder an Primarschulen in der Deutschschweiz.